Kultur

Byzantinisches Museum Zakynthos

Ein kleines, aber außergewöhnliches Museum mit post-byzantinischen Ikonen und Kunstwerken, die aus den beim Erdbeben von 1953 zerstörten Kirchen gerettet wurden — die beste Kulturstätte der Insel, oft übersehen.

★★★★★ 4.5 ⏱ 1–1,5 Stunden Einfach 💶 €3 pro Person

Byzantinisches Museum Zakynthos — Kunst, die das Erdbeben überlebte

Am 12. August 1953 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,2 Zakynthos und zerstörte 80% der Gebäude der Insel. Die Stadt Zakynthos wurde fast vollständig eingeebnet. Die Kirchen, die jahrhundertelang gestanden hatten, stürzten zusammen. Die Klöster, die Paläste, die Glockentürme — in 90 Sekunden verschwunden.

Was in vielen Fällen überlebte, war der Inhalt. Ikonen wurden aus dem Schutt herausgetragen. Fresken wurden vorsichtig von noch stehenden Mauerteilen abgenommen. Geschnitzte Holzikonostasen wurden Stück für Stück wieder zusammengesetzt. Das Byzantinische Museum von Zakynthos wurde eigens geschaffen, um diese gerettete Kunst zu beherbergen und auszustellen — alles, was das Erdbeben überstand, das seinen ursprünglichen Kontext zerstörte.

Das Ergebnis ist eine Sammlung, die für eine Insel dieser Größe eigentlich nicht so gut sein sollte — und doch ist sie es.

Die Sammlung

Das Museum ist auf zwei Stockwerken in einem neoklassizistischen Gebäude am Solomos-Platz in Zakynthos Town untergebracht.

Erdgeschoss: Die großformatigen geretteten Werke. Dazu gehört ein vollständiger Abschnitt einer geschnitzten Holzikonostase, aus Fragmenten aus mehreren zerstörten Kirchen zusammengesetzt. Vergoldet, bemalt und mit einem Detail geschnitzt, das genaue Betrachtung erfordert.

Ebenfalls im Erdgeschoss: Maßstabsgetreue Modelle von Kirchen, die nicht mehr existieren, und Zakynthos Town, wie es vor 1953 war. Diese Modelle sind bemerkenswerte Dokumente — sie zeigen eine Stadt, die deutlich anders aussah als die rekonstruierte Version.

Erstes Stockwerk: Die Ionischen Schulgemälde. Das ist der Grund, warum Kunsthistoriker nach Zakynthos kommen.

Die Ionische Schule

Nach der osmanischen Eroberung Konstantinopels (1453) und Kretas (1669) verlegten griechische Künstler ihren Wohnsitz auf Ionische Inseln, die unter venezianischer Kontrolle blieben. Auf Zakynthos, in Kontakt mit venezianischer und später anderer italienischer Malerei, entwickelten sie einen Hybridstil: orthodoxe ikonographische Themen und byzantinische Kompositionskonventionen in venezianisch beeinflusster Technik — Ölfarbe, realistische Gesichtsmodellierung, natürliche Hintergründe.

Das Ergebnis sieht weder wie byzantinische Ikonenmalerei noch wie italienische Renaissancemalerei aus und ist irgendwie interessanter als beides. Man kann das Argument in einzelnen Werken verfolgen — die Spannung zwischen flachen byzantinischen Goldgründen und Versuchen atmosphärischer Perspektive; zwischen hierarchischen, symbolischen Kompositionen und dem westlichen Impuls zum Naturalismus.

Praktische Informationen

Lage: Solomos-Platz, Zakynthos Town
Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag, 08:00–15:00 Uhr (Zeiten können variieren; lokal bestätigen)
Eintritt: €3 pro Person; kostenlos an bestimmten nationalen Feiertagen
Dauer: 1–1,5 Stunden für einen vollständigen Besuch
Fotografieren: Ohne Blitz erlaubt
Barrierefreiheit: Erdgeschoss vollständig zugänglich; Obergeschoss über Treppe

Das Museum ist klimatisiert — ein unterschätzter Faktor im Juli und August. Der angeschlossene Museumsshop führt Reproduktionen, wissenschaftliche Kataloge und einige qualitativ hochwertige Drucke von Ionischen Schulwerken.

Kombination mit dem Solomos-Platz

Das Museum liegt am Solomos-Platz, dem Hauptplatz von Zakynthos Town, benannt nach Dionysios Solomos, dem zakynthianischen Dichter, der die griechische Nationalhymne schrieb. Sein Grab und das von Andreas Kalvos, einem weiteren zakynthianischen Nationaldichter, befindet sich im Mausoleum auf dem Platz. Diese Kombination — Museum, Platz, Mausoleum — ergibt einen stimmigen halben Tag zakynthianischer Kulturgeschichte.