Wandern

Wanderung Agalas-Schlucht — Versteckter Canyon im Süden

Eine dramatische dreistündige Canyon-Wanderung durch die wenig bekannte Schlucht unterhalb des Dorfes Agalas — mit senkrechten Kalksteinwänden, alten Höhlen und fast keinen anderen Wanderern.

★★★★★ 4.6 ⏱ 3 Stunden (Hin- und Rückweg) Mittelschwer 💶 Kostenlos

Wanderung Agalas-Schlucht — Zakynthos’ bestgehütetes Geheimnis

Wenn die Blauen Höhlen der meistfotografierte Ort auf Zakynthos sind, dann ist die Agalas-Schlucht der am wenigsten fotografierte. Die Schlucht beginnt direkt unterhalb des alten Dorfes Agalas im südlichen Landesinneren — weit entfernt von Strandsbars und Ausflugsbooten — und schneidet sich fast zwei Kilometer durch blassen Kalkstein, bevor sie sich in die Olivenhaine oberhalb der Keri-Bucht öffnet.

Fast niemand weiß, dass es sie gibt. Das ist genau der Punkt.

Die Schlucht

Das Agalas-Schluchtsystem wird von einem Saisonfluss gebildet, der durch den Kalksteinuntergrund des Zakynthos-Plateaus schneidet. Die Schluchtwände erreichen stellenweise 30–40 Meter Höhe, eng genug zusammen, dass der Himmel zu einem schmalen blauen Streifen darüber wird. Der Boden ist ein Mix aus glattem wassererodiertem Fels, gelegentlichen Kiesstränden, wo der Bach breiter wird, und üppiger Vegetation, die vom Wind durch die Schluchtwände geschützt ist.

Die besten Monate sind Oktober bis Mai, wenn der Schluchtstrom läuft und das Licht am dramatischsten ist — tief und golden, das die Felstexturen in scharfem Relief hervorhebt. Im Sommer trocknet der Bach aus und die Schlucht wird heißer und weniger fotogen, ist aber noch begehbar.

Die Route

Start im Dorf Agalas (Parken auf der Hauptstraße oder dem kleinen Platz bei der Kirche). Den Weg nehmen, der östlich-südöstlich vom Dorf absteigt — wenn man den Start nicht findet, einen Einheimischen fragen, der Weg ist nicht ausgeschildert. Der Pfad fällt in den ersten 15 Minuten steil ab, bevor er in die eigentliche Schlucht eintritt.

Das Gehen in der Schlucht ist mehr Wegfindung als das Folgen eines klaren Pfades — man navigiert den Schluchboden, was einige Kletterpartien über Felsblöcke und das Überqueren des Bachbetts beinhaltet. Wanderstöcke sind nützlich, aber nicht unbedingt erforderlich. Der technische Schwierigkeitsgrad ist gering; das Gelände ist einfach uneben.

Die Damianos-Höhle befindet sich etwa 20 Minuten in die Schlucht hinein, auf der rechten (südlichen) Wand. Der Eingang ist etwa 2 Meter hoch und 3 Meter breit, öffnet sich in eine Kammer von etwa 15 Metern Tiefe. Stalaktiten im hinteren Abschnitt. Taschenlampe mitnehmen — der Rückbereich ist vollkommen dunkel und die Formationen sind sehenswert.

Die Schlucht so weit fortsetzen, wie das Gelände bequemes Vorankommen erlaubt. Die volle Länge dauert etwa 90 Minuten in eine Richtung; die meisten kehren nach 60–75 Minuten um, wenn der Canyon breiter wird und das Drama nachlässt.

Den gleichen Weg zurückgehen. Der Aufstieg zurück zum Dorf Agalas dauert etwa 60 Minuten.

Praktische Informationen

Startpunkt: Dorf Agalas, südliches Zakynthos
Distanz: ~4 km Hin- und Rückweg (Schluchtteil) plus Rückkehr
Dauer: 3 Stunden gemächliches Tempo
Schwierigkeit: Moderat — unebenes Gelände, etwas Klettern, kein technisches Klettern
Beste Jahreszeit: Oktober–Mai
Ausrüstung: Taschenlampe/Stirnlampe (für die Damianos-Höhle), griffige Wanderschuhe, Wasser für 3 Stunden
Kosten: Kostenlos — das ist keine bewirtschaftete Sehenswürdigkeit

Anfahrt nach Agalas

Agalas liegt im südlichen Landesinneren, etwa 25 km von Zakynthos Town. Die Hauptstraße nach Süden Richtung Keri nehmen, dann inland abbiegen bei Schildern für Agalas. Das Dorf selbst ist klein (unter 300 Einwohner) und abseits des Touristenstroms — das Kafeneion auf dem Platz serviert ausgezeichneten griechischen Kaffee und wird von Menschen betrieben, die es mild rätselhaft finden, dass jemand absichtlich hierher fährt.

Das ist ein gutes Zeichen.