Malanos — Eine Institution in Zakynthos-Stadt
Es gibt Restaurants, die behaupten, Geschichte zu haben, und es gibt Restaurants, die Geschichte tatsächlich haben. Malanos, versteckt am Agios-Markos-Platz im Herzen von Zakynthos-Stadt, versorgt die Insel seit 1949 mit Essen. Die aktuelle Generation ist die dritte, die es betreibt. Das Sofrito-Rezept hat sich nicht verändert.
Das Ambiente ist bescheiden im besten griechischen Sinne: weiße Wände, Holzstühle, Tische, die im Sommer unter den Platanen des Platzes nach draußen rücken, eine handgeschriebene Tageskarte, auf der steht, was die Küche heute macht. Nichts lenkt vom Essen ab — so soll es sein.
Das Essen
Sofrito ist das Gericht, das die zakynthinische Küche definiert — dünne Kalbsscheiben, geschmort in einer Sauce aus Weißwein, Knoblauch, glattblättriger Petersilie und Weißweinessig, bis das Fleisch fast auseinanderfällt und die Sauce dick und intensiv ist. Es existiert nirgendwo sonst in dieser Form. Bei Malanos wird es nach demselben Rezept gekocht, das der Gründer aus der Küche seiner eigenen Mutter mitbrachte. Bestellen.
Oktopus in Rotwein-Sauce — der Oktopus wird richtig zart gemacht (wo es falsch gemacht wird, merkt man es sofort an der Gummikonsistenz), geschmort mit Tomaten, Rotwein, Lorbeer und Zimt, bis die Sauce dunkel und süßherb wird. Mit Brot zum Auftunken der Sauce serviert.
Gegrillte Dorade — der Fisch wechselt mit dem Tagesfang, aber Dorade ist am zuverlässigsten. Schlicht über Holzkohle gegrillt mit Zitrone und Olivenöl. Das ist der Test einer griechischen Küche: Können sie Fisch grillen ohne ihn zu zerstören? Malanos besteht ihn jedes Mal.
Kabeljau mit Skordalia — eine traditionelle Kombination: Salzfisch, eingeweicht und frittiert bis er knusprig ist, mit Skordalia serviert (eine dicke, scharfe Paste aus Knoblauch, Kartoffeln und Olivenöl). Für nicht-griechische Gaumen beim ersten Begegnen ungewohnt; bekehrt fast jeden.
Das Sonntagsritual
Wer sonntags auf Zakynthos ist: Malanos um 13:00 Uhr ist eine der am meisten griechischen Erfahrungen, die einem Besucher offensteht. Der Platz füllt sich, Großeltern tauchen auf, Kinder rennen zwischen den Tischen, und die Küche läuft auf Hochtouren. Der Geräuschpegel ist erheblich und die Atmosphäre ist warm auf eine Art, die nichts mit Inszenierung zu tun hat — es ist einfach Mittagessen, das hier wichtig ist.
Praktische Infos
Beste Reisezeit: Sonntagsmittag um 13:00 Uhr für die echte zakynthinische Atmosphäre. Abendessen ab 19:30 Uhr.
Typische Kosten: 18–28 € pro Person inkl. Karaffe Hauswein.
Reservierung: Mittags Walk-in möglich. Für das Abendessen im Juli–August 1–2 Tage vorab reservieren — die Taverne ist bis 20:00 Uhr voll.
Tipp: Sonntag ist der beste Tag — der Platz füllt sich mit einheimischen Familien und die Atmosphäre ist nirgendwo sonst auf der Insel so zu erleben.