Arekia — Hier isst Kalamaki
Es gibt eine Regel, die in den meisten griechischen Badeorten gilt: Das beste Essen ist nie an der Uferpromenade. Die Strandrestaurants haben die Aussicht und den Laufkundschaftsstrom; die Restaurants, die die Einheimischen aufsuchen, liegen eine oder zwei Straßen weiter hinten — an Orten, die man gezielt ansteuern muss. Für Kalamaki ist Arekia genau dieses Restaurant.
Man findet es an der Landstraße, die parallel zum Strand verläuft, hinter der kleinen Kirche. Kein Meerblick. Die Terrasse zeigt zur Straße, was an einem lauen Abend bedeutet: Das Leben der Einheimischen verfolgen — Lieferräder, Familien beim Spaziergang, gelegentlich eine Straßenkatze, die den Zeitplan kennt. Die Atmosphäre ist völlig ungestellt. Hier wird einfach gegessen.
Was hier funktioniert
Der Grill ist das Herzstück der Arekia-Küche. Ein echter Holzkohlegrill, der vom Servicebeginn bis zum Ende läuft, betrieben vom Sohn des Besitzers, der das seit seiner frühen Jugend macht und der das Gespür für Hitze und Timing hat, das nur durch jahrelange Wiederholung entsteht.
Paidakia — Lammkoteletts, jung und zart, hart über Holzkohle gegrillt, bis das Fett angebrannt ist und das Innere noch rosa bleibt. Sie kommen zu viert mit einem Spritzer Zitrone, Pommes und einem Viertel frischem Brot. Für zwei Personen zwei Portionen bestellen und einen Salat dazu.
Moussaka — das ist die Version, die Moussaka sein sollte: Schichten aus Hacklamm, Auberginen und Béchamel, die dick genug ist, um beim Anschneiden ihre Form zu halten. Am Morgen zubereitet, gerastet, bei der richtigen Temperatur serviert. Kein Kantinenblock von der Touristenmeile.
Griechischer Salat — Fassbeta, nicht die abgepackte Sorte. Tomaten, die nach Juli schmecken. Kalamata-Oliven. Genug Olivenöl. Als Vorspeise bestellen, denn er kommt zuerst und man will ihn sofort.
Loukoumades — frittierte Teigbällchen mit Thymian-Honig und einer Prise Zimt. Die Dessertkarte ist minimal, aber frisch zubereitete Loukoumades sind allein schon ein Grund. Sie kommen heiß, leicht und völlig überwältigend.
Das Publikum
Um 19:30 Uhr ist Arekia voller Familien mit Kindern, die früh fertig sind. Um 21:00 Uhr kommen die griechischen Familien im richtigen Essensrhythmus — große Gruppen, mehrere Generationen, Weinflaschen, die literweise bestellt werden, niemand hat es eilig. Der Besitzer, Kyrios Nikos, bewegt sich mit der Leichtigkeit von jemandem, der das seit Jahrzehnten macht — was er tut.
Was es kostet
Abendessen für zwei — ein geteilter Salat, zwei Hauptgerichte, Brot und ein halber Liter Hauswein — liegt bei 35–50 €. Gemessen an Kalamaki-Verhältnissen ist das fair für diese gleichbleibende Qualität. Und nach jedem Maßstab ist es ein schöner Abend.